Finissage mit Videos und Performance von Jun Yang
Sonntag, 22. Januar 2006, 11:30 Uhr
Zum Abschluss der Ausstellung "HERO" von Jun Yang laden wir Sie ganz herzlich zu kurzen Videos und einer Performance von Jun Yang sowie zum Gespräch mit dem Künstler ein:
"Jun Yang und Soldat Holzer", DVD, 9 Min., 2002 Das Video nennt die verschiedenen Namen, die Jun Yang im Laufe seines Lebens von seiner Familie, seinen Lehrern, seinen Freunden und anderen gegeben wurden, und zeigt, wie man sie ausspricht.
"From Salariiman to Superman", DVD, 22 Min., 1998/2002 Die Videoarbeit zeigt einen Zusammenschnitt und eine Überarbeitung eines Performance-Vortrags von Jun Yang, der anhand biographischer Erzählungen Leitthemen seiner Arbeit diskutiert. Performance-Vortrag von Jun Yang, 1998/2006
Anschließend: Chinesisches Mittagsbüfett
Erläuterungen
In seinen Videos und Installationen erzählt Jun Yang Geschichten über den Alltag derer, die zwischen den Kulturen stehen. In vielfältiger Weise thematisiert er Fragen nach dem Anderssein sowie über die eigene und kollektive Identität. 1975 in China geboren, kam Jun Yang 1979 mit seinen Eltern nach Wien. Er wuchs also in zwei völlig unterschiedlichen Kulturräumen auf.
Sein Bild von China wurde durch die Erinnerungen seiner Eltern geprägt, vor allem aber durch Klischees und Stereotypen aus Hollywoodspielfilmen. In humorvoller Weise beschäftigt sich Jun Yang mit der Identität stiftenden Wirkung dieser Vorstellungen und Bilder:
- - "Mama - guck mal, ein Chinese", sagt ein kleiner Junge zu seiner Mutter, als sie Jun Yang in der Straßenbahn beobachten. Der Junge zieht ihm eine Grimasse mit Schlitzaugen. Jun Yang lacht zurück. - -
Mit dem Erzählen über diese Begebenheit endet der neueste Film von Jun Yang "HERO - this is WE" (2005), der im Kunstverein Langenhagen als zweiteilige Großprojektion zu sehen ist. Der Film untersucht die Inszenierung von Flaggen als Projektionsfläche für nationale Identität. Am Beispiel der Entwicklung Chinas zur wirtschaftlichen Supermacht deckt Jun Yang auf, wie die Identität eines Staates neu konstrtuiert wird. Für die Identitätsfindung und Bindung einer Nation werden Helden inszeniert, mit denen sich die Masse identifizieren kann. Es werden Spitzensportler, Starkünstler, Weltausstellungen, ein Raumfahrtprogramm und hohe Gebäude hervorgebracht und gemeinsam gefeiert.
Jun Yang ist seit seiner Teilnahme an der europäischen Kunstbiennale Manifesta 4, 2002 in Frankfurt a.M. international bekannt. Er nahm an der Biennale in Venedig 2005 teil und wurde im Dezember 2005 mit dem renommierten österreichischen Otto Mauer-Kunstpreis ausgezeichnet.
Förderer
Die Ausstellung wird besonders gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung und das
Land Niedersachsen.
Konzeptionelle Förderung: Sparkasse Hannover
Kooperationspartner: Hannover Airport



