KUNSTVEREIN LANGENHAGEN
FREIRAUM FÜR GEDANKEN UND BAUWERKE
Info | Bauzeiten | Riccardo Dalisi | Kontakt | KVL


Kunsthalle3000, Konstruktion – Tag 37


Kunsthalle3000, Konstruktion, mit Sergio Rojas Chaves & Thomas Geiger – Tag 37


Kunsthalle3000, Konstruktion, mit Sergio Rojas Chaves & Thomas Geiger – Tag 37


Kunsthalle3000, Konstruktion, mit Sergio Rojas Chaves & Thomas Geiger – Tag 37


Kunsthalle3000, Konstruktion – Tag 36


Kunsthalle3000, Konstruktion, mit Sergio Rojas Chaves & Thomas Geiger – Tag 36


Kunsthalle3000, Konstruktion, mit Sergio Rojas Chaves & Thomas Geiger – Tag 36


Freiraum – Tag 34


Freiraum – Tag 33


Freiraum – Tag 33


Freiraum – Tag 33


Freiraum – Tag 32


Freiraum – Tag 31


Freiraum – Tag 30


Freiraum – Tag 29


Freiraum – Tag 29


Freiraum – Tag 28


Freiraum – Tag 27


Werkzeugschein


Workshop mit Claudia Piepenbrock


Melonenpause


Baustelle – Tag 25


Baustelle – Tag 25 mit Hinwar


Baustelle – Tag 24 mit Sofija, Vinwar, Hinar und Till Steinbrenner


Baustelle – Tag 24 mit Sofija, Vinwar, Hinar und Till Steinbrenner


Baustelle – Tag 23


Baustelle – Tag 22


Baustelle – Tag 19


Die flexible Kunsthalle3000 (mit Pflastersteine vom Bürgersteig)


Die flexible Kunsthalle3000 (Steinenaustausch)


Die flexible Kunsthalle3000, mit Enric Fort Ballester und Reinaart Vanhoe


Baustelle – Tag 15, mit verschiedenen Kindern


Baustelle – Tag 14


Baustelle – Tag 13, mit Mats, Otto und Leon


Baustelle – Tag 12


Baustelle – Tag 12, mit Sabine Müller und Christiane Oppermann


Baustelle – Tag 12, mit Luna


Baustelle – Tag 11, mit Joshua, Sabine Müller und Georg (v.l)


Baustelle – Tag 10, mit Ben


Baustelle – Tag 9, mit Ben, Justin und Leon


Baustelle – Tag 9, mit Hannah


Baustelle – Tag 9, mit Georg


Baustelle – Tag 9, mit Georg


Baustelle – Tag 8, mit Leon, Ben und Georg (v.l.)


Baustelle – Tag 8, mit Joshua


Also Class


Also Class


Die Zeltstadt – Tag 5


Die Zeltstadt – Tag 4


Die Zeltstadt – Tag 3


Die Zeltstadt – Tag 3


Die Zeltstadt – Tag 2


Die Zeltstadt – Tag 1


Die Zeltstadt – Tag 1


Freiraum – Tag 1


Kenneth Snelson, Buckminster Fuller (Mitte) und StudentInnen hängen von einer geodätischen Kuppel am Black Mountain College, Sommer 1948.


Spielen in Madrid, Jahr unbekannt


Riccardo Dalisi, Neapel 1972


Ein Versuch, eine geodätische Kuppel von Buckminster Fuller anzuheben.
Black Mountain College, u.a. mit Willie Joseph, Elaine de Kooning, Si Sillman, Joseph Albers und Buckminster Fuller.

Im Jahr 1948 versammelte Buckminster Fuller eine Gruppe seiner Studenten am Black Mountain College, um eine architektonisch skalierte geodätische Kuppelstruktur auf der Grundlage seiner Modelle mit Jalousie Lamellen zu errichten. Das Experiment scheiterte, und die Kuppel wurde sowohl "die Kuppel in Rückenlage" als auch das "Flohödon" getauft. Durch dieses Versagen war Kenneth Sneleson, einer von Fullers Schülern, in der Lage, das Prinzip von Tensegrity zu entwickeln, das es Fuller ermöglichte, geodätische Strukturen in großem Maßstab zu entwicklen.
Quelle


Buchumschlag von: Riccardo Dalisis, Architettura d'animazione: cultura di proletariato e lavoro di quartiere a Napoli, 1975


Aldo Van Eyck, Formanalyse von Spielen für Spielplätze


Riccardo Dalisi, Neapel 1972


Riccardo Dalisi, Neapel 1972


Riccardo Dalisi, Neapel 1972


Seite aus dem Buch von Riccardo Dalisi Architettura d'animazione: cultura di proletariato e lavoro di quartiere a Napoli, 1975


Die Stadt Langenhagen ist überregional bekannt für intensive Phasen der Realisierung von Kunst im öffentlichen Raum. Diese Entwicklung setzte in den 1980er Jahren ein und führte zu fünf Bildhauersymposien. Die bundesweit beachtete Ausstellungsreihe „vor ort – Kunst in städtischen Situationen“ schloss in den 1990er Jahren an. Im Rahmen dieser Ausstellungsreihe, die 1992 von Achim Könnecke und von 1993 bis 1998 von Kai Bauer kuratiert wurde, wurden jährlich international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Yoko Ono, Karin Sander (Abb.: 6 Litfasssäulen im Stadtraum, 1993) , Thomas Hirschhorn, Roman Signer und andere zu temporären Interventionen in den öffentlichen Raum eingeladen.


Thomas Hirschorn, Kunsthalle Prekär, 1996
Thomas Hirschhorn baut eine transparente Kunsthalle aus Folie, Plexiglas und Dachlatten. 36 Leuchtstoffröhren machen aus der Halle einen Tag und Nacht weithin sichtbaren Leuchtkörper. Die Halle kann nicht betreten werden, aber im Inneren sind Hirschhorns Zeichnungen und Alu-Objekte installiert und können von außen eingesehen werden. Prekär ist der ausgewählte Aufstellungsort: dort, wo Langenhagen ebenso international wie austauschbar erscheint: nahe der Einflugschneise des Flughafens, fast in Hörweite der Autobahn, neben dem Automarkt, wo Lastwagen aus Litauen, Estland, Russland Gebrauchtwagen abtransportieren und dem Polizeibericht folgend die kriminelle Energie hoch ist.
Quelle









INFOS

Jede Menge Spaß und Freiraum für Gedanken und Bauwerke gibt es in diesem Sommer im Kunstverein Langenhagen. Es darf gesägt, gehämmert, gebohrt, gebunden, gewebt, genäht und gemalert werden. Was dabei entsteht? Eine riesige Kunstbaustelle, auf der immer wieder etwas Neues entsteht: eine Hütte mit Beule, eine Brücke mit Kopf, eine Bühne im Baum, …? Deine Ideen sind gefragt! Komm einfach vorbei und bring deine Freunde gleich mit oder lerne neue kennen. Es gibt Raum zum Austausch, Diskutieren, Experimentieren, Planen, Zeichnen und Bauen (oder auch nur zum Schauen) und natürlich zum Chillen, Essen, Trinken und zu dem, was euch noch alles einfällt.
Das Projekt wird begleitet von spannenden KünstlerInnen, die mit euch zusammenarbeiten. Baumaterial ist vorhanden und kann aus eigenen Kellern, Garagen oder spontan vom Sperrmüll mitgebracht werden.

Projekt für Kinder und Jugendliche zwischen 7 – 14 Jahren.
Von Montag 23. Juli bis Samstag 18. August.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Bauzeit: täglich 12 – 17 Uhr
Ort: Kunstverein Langenhagen (innen und außen)






BAUZEITEN

9.7.-13.7.
Bauzeit – Die Zeltstadt
mit Philipp Valenta (in Verbindung mit dem Haus der Jugend Langenhagen, für Kinder zwischen 6 – 9 Jahre)

16.7.-20.7.
Bauzeit – Kunst_Bau_Stelle
mit Christiane Oppermann (in Verbindung mit dem Haus der Jugend Langenhagen, fur Kinder ab 10 Jahren)

21.7.
Workshop ‚Also Space’
mit reinaart vanhoe – für Künstler und KunststudentInnen

23.7.-27.7.
Bauzeit –
mit Claudia Piepenbrock (alle Altersgruppen)

30.7.-3.8.
Bauzeit - Entdeckungen kann man nicht kaufen - nur selber machen.
Mit Lotte Lindner & Till Steinbrenner (alle Altersgruppen)

6.8.-10.8.
Freie Bauzeit

14.8.-16.8.
Kunsthalle3000 - Konstruktion
mit Thomas Geiger (alle Altersgruppen)

18.8.
Sommerfest – 16 - 21 Uhr, mit Musik, Performances, Gespräche und natürlich Essen + Getränke 19.8.
Seminar Bauzeit – mit Sebastian Stein (Ruine hq, Hannover); projektKLUB (Ole Blank, Sven-Julien Kanclerski, Fides Müller, Sabine Müller, Maximilian Neumann, Paloma Riewe und David Schomberg) und anderen.






RICCARDO DALISI

Der italienische Architekt, Designer und Künstler Riccardo Dalisi kam erstmals in den Kontakt mit Traiano, einem Neubaugebiet außerhalb von Neapel, als er einen Kindergarten für dieses Gebiet Ende der 1960er Jahre entwarf. Seit 1957 waren dort in desolater Umgebung für 24’000 Einwohner Sozial- und Notwohnungen entstanden. Obwohl sein Entwurf nie gebaut wurde, ging Dalisi im Herbst 1971, seit 1969 freier Dozent an der Facolta di Architettura dell’Ateneo Federiciano in Neapel, erstmals mit seinen Architekturstudenten in dieses Quartier, in welchem die Kinder teilweise der Schule fernbleiben und sich selbst überlassen sind. Mit einfachen, aus Holz und Schnur angefertigten Modellen erscheinen Dalisi und die Studenten vor Ort und kommen mit den Kindern in Kontakt. Inmitten einer chaotischen Atmosphäre beginnen einige von ihnen zu zeichnen. Dalisi bemüht sich stets von neuem, ihnen einen kreativen Raum außerhalb der Wände und Zwänge der Institutionen zu öffnen. Innerhalb von drei Jahren bringen er und seine Mitarbeiter immer wieder neue Objekte, Material oder Werkzeuge nach Traiano und veranstalten Workshops. Dalisi entdeckt dabei das reiche, abstrakte oder figürliche Formenvokabular, das einige Kinder fernab jedes Wissens über modernes Design oder Kunst hervorbringen. In einem Tagebuch, das er 1974 unter dem Titel Architettura d’animazione veröffentlicht, notiert er die Vorgänge und ergänzt sie mit Zeichnungen und Fotos. „Mich fasziniert ihre ursprüngliche Welt, frei von jeglichen Konventionen, ihre heraussprudelnden Worte; es wäre unverzeihlich, sie zur Konzentration zu zwingen und sie in ihrem Verhalten zu beengen.“

Meistens finden diese Workshops draußen in den steinigen Zwischenräumen zwischen den Wohnblöcken statt, manchmal in einem Keller. Gute Tage wechseln mit schlechten ab, manchmal zerstören die Kinder und Jugendlichen das Geschaffene, sind den Eindringlingen feindlich gesinnt, während im Quartier Feuer brennen. Im Lauf der Jahre stößt Dalisi immer wieder an seine Grenzen, einige Studenten steigen aus, andere zeigen sich resistent. Viele Kinder lassen sich jedoch mitreißen und arbeiten in Gruppen. Die Studenten, Dalisi und die Kinder inspirieren sich gegenseitig. Erwachsene werden neugierig. „Sie hämmerten in Zweier- oder Dreiergruppen, fügten räumliche Objekte zusammen, indem sie die Verarbeitungsweise, die sie bei den Studenten gesehen hatten, frei anwendeten: Sie behandelten die Masten, Bolzen und Schrauben gemäß einer Logik, die ich nicht für möglich hielt.“ 
Eigeninitiativen wie das Anlegen von Pflanzbeeten überraschen Dalisi. „Dass es gelungen ist, die beiden Landstücke urbar zu machen und sie in experimentelle Beete zu verwandeln, ist, als ob das Misstrauen der Bewohner ins Gegenteil gekehrt worden wäre. Sie fragen nun mit großem Interesse: ‚Werdet ihr mit diesen Beeten weitermachen?‘ Es ist eine Veränderung des kollektiven Bewusstseins (vom passiven Abwarten, dass der Gemeinde innewohnte) zur Tat hin.“ Nach drei Jahren, Ende 1973, wirft die Verwaltungsbehörde Dalisi aus den beanspruchten Kellerräumen hinaus, womit Anfang 1974 das Experiment ein Ende findet.

Ziel von Dalisi und seiner Gruppe ist es, den untersten Schichten der Bevölkerung die Werkzeuge und das Selbstvertrauen zu geben, um mittels einer „tecnica povera“ (billigem Material wie Papier, Schnur, Holz, Stoff, Papiermaschee) ihre Umgebung zu gestalten und in Selbstermächtigung Design zu schaffen. Die soziale Komponente der Architektur und die Notwendigkeit, diese für die Allgemeinheit nutzbar zu machen, stehen dabei im Zentrum. Seine pädagogischen Experimente und Konzepte macht Dalisi ab 1967 in Publikationen zugänglich. Großes Aufsehen erregt zwischen 1972 und 1973 die fünfteilige Serie in der renommierten italienischen Architekturzeitschrift Casabella. Die einzelnen Beiträge sind programmatisch überschrieben mit „Die kreative Zusammenarbeit ist möglich“, „Technik von unten“, „Die kindliche Aneignung in städtischen Ruinen“, „Technik von unten und hoffnungslose Produktivität“.

1973 gehört Dalisi zu den Gründungsmitgliedern von Global Tools, einem Netzwerk von italienischen Designern, Künstlern, Architekten und Kunsthistorikern zur Verbreitung einer radikalen anti-institutionellen Pädagogik.






KONTAKT

Kunstverein Langenhagen
Walsroder Strasse 91 A
30851 Langenhagen

+31 643986415
mail@kunstverein-langenhagen.de
kunstverein-langenhagen.de
Instagram