Die Fotografin Nathalie Grenzhaeuser schafft zeitgenössische Landschaftsbilder. Der arktische Landschaftsraum Spitzbergen und das australische Outback sind Ziele ihrer künstlerischen Forschungsreisen, ihre Sujets abgeschiedene Naturräume im Kontrast zu extensiver industrieller Nutzung. Themen die Veränderungen dieser Landschaften in Bezug auf Klimawandel, globalisierte Märkte, militärische Besetzungen und soziale Zusammenhänge.
Nathalie Grenzhäuser fotografiert analog und bearbeitet ihre Aufnahmen digital nach. Das Spannungsfeld zwischen „dokumentarischer“ Aufnahme, die sich oft gefährlichen und strapaziösen Reisen verdanken und der digitalen Nachbearbeitung nutzt sie zu einer Inszenierung der Orte und Landschaften, die kulturell geprägte Bildkonventionen produktiv machen. Es entstehen großartige Landschaften, die gleichermaßen Vorbilder aus Kunstgeschichte und jüngerer Filmgeschichte zitieren und so gleichfalls kulturelles Gedächtnis wie Sehnsuchtshorizonte und Angstszenarien ins Bild setzen.
Der verführerische Duktus der Fotografien lässt die digitale Nachbearbeitung zwar erahnen, doch erschließen sich die Techniken der Inszenierung erst bei genauer Betrachtung. So konstituiert sich in ihren fotografischen Arbeiten zugleich mit dem realen ein unsichtbarer Ort. Über ihre Landschaften legt Grenzhaeuser ein Amalgam aus Pathosformel, leiser Ironie und Verwunderung, das immer wieder ins Unheimliche, Unwirkliche spielt und auf diese Weise Relevanz über das dokumentarische Tagesgeschäft hinaus produziert.
Die Ausstellung im Kunstverein Langenhagen führt erstmals die jüngsten Serien „Die Konstruktion der Stillen Welt“ (2007/10) und „Trespassing“ (2008/10) sowie die zugehörigen kleinformatigen Bildessays zusammen. Für die Ausstellung im Kunstverein entstehen neue Arbeiten.
Das Künstlerkollektiv Jochen Schmith beschäftigt sich seit seiner Gründung im 2000 u.a. mit Untersuchungen städtischer Räume und gesellschaftlicher Vereinbarungen und Rituale. Neben kurzen Filmen und Audioarbeiten entstehen ortsspezifische Installationen, die die jeweiligen Ausstellungsorte, ihre Funktionen und historischen Implikationen thematisieren und in zeitgenössische ökonomische und politische Kontexte überführen. Für den Kunstverein Langenhagen entsteht eine neue Arbeit.
Im Jahr 2009 konnten wir zwei Arbeiten zum Thema Dorf der österreichisch-dänischen Künstlerin Sofie Thorsen in der Gruppenausstellung „Forschungsstation Sozialer Raum“ vorstellen. Ihre Vorgehensweise zeichnet sich besonders durch die eingehende Erforschung von Lebenszusammenhängen und die Interaktion mit Bewohnern aus. Für ihre Einzelausstellung in Langenhagen wird Sofie Thorsen eine aktuelle Arbeit weiter entwickeln: Im Rahmen Ihrer Untersuchung von Wahrnehmungsformen und Darstellungsmitteln beschäftigt sie sich mit einer ausgeprägten Form von Farbenblindheit, die bei Einwohnern der dänischen Insel Fur überdurchschnittlich häufig auftrat. Thorsens Film „The Achromatic Island“ versucht dieses Phänomen in Auseinandersetzung mit Betroffenen filmisch sichtbar zu machen.


