Unter dem Titel „Schlaglicht“ präsentiert der Kunstverein Ausstellungen von kurzer Dauer, die experimentellen künstlerischen Verfahrensweisen ein Forum bieten. Der junge Fotograf Ingo Mittelstaedt, Absolvent der HBK Braunschweig 2009, reflektiert in seinen inszenierten Fotografien Bilder aus dem Fundus der Kunstgeschichte, der Reportagefotografie und dem Bereich von Popinszenierungen. Er entwickelt im Kunstverein eine kulissenhafte Installation, die das Referenzmaterial präsentiert und mit den eigenen Arbeiten in einen Dialog bringt.
2010 präsentiert der Kunstverein Langenhagen erstmals als Kooperationspartner des Kunstvereins Hannover einen Teil der traditionsreichen, alle zwei Jahre stattfindenden „Herbstausstellung“. Eine hochkarätige Jury übernimmt die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler aus einem umfangreichen Bewerberfeld. Mit „Leinen los!“ wird zum 85. Mal ein Einblick in die vielseitige Kunstszene in Niedersachsen gegeben. Die lebendige Ausstellung an verschiedenen Ausstellungsorten vereinigt renommierte und überregional bekannte künstlerische Positionen mit neuen Entdeckungen aus den Kunsthochschulen in Niedersachsen und Bremen. Als einzige Übersichtsschau zur zeitgenössischen Kunst in Niedersachsen und Bremen ist die Ausstellung mit langer Tradition nicht nur beim Publikum sehr beliebt, sondern nimmt eine herausragende Bedeutung für das kulturelle Profil und die künstlerische Entwicklung des Landes ein. Ausstellungsorte sind der Kunstverein Hannover, die NORD/LB art gallery, die Städtische Galerie Kubus, die Galerie vom Zufall und Glück in Hannover und der Kunstverein Langenhagen.
Im Rahmen der „Herbstausstellung“ werden auch der „Preis des Kunstvereins – Atelierstipendium Villa Minimo“ und der „Kunstpreis der Sparkasse Hannover“ vergeben.
Nathalie Grenzhaeuser (*1969) setzt am Spannungsfeld von Dokumentation und Inszenierung an und unternimmt eine fotografische Überarbeitung der Gattung Landschaftsbild mitsamt den zugehörigen Konventionen. Es entstehen großartige Fotografien, die gleichermaßen historische Vorbilder aus Kunstgeschichte und jüngerer Filmgeschichte zitieren und so kulturelles Gedächtnis wie Sehnsuchtshorizonte ins Bild setzen. Der verführerische Duktus der Fotografien lässt die digitale Nachbearbeitung zwar erahnen, doch erschließen sich die Techniken der Inszenierung erst bei genauer Betrachtung. So konstituiert sich in ihren fotografischen Arbeiten zugleich mit dem realen ein unsichtbarer Ort. Über ihre Landschaften legt Grenzhaeuser ein Amalgam aus Pathosformel, leiser Ironie und Verwunderung, das immer wieder ins Unheimliche, Unwirkliche spielt und auf diese Weise Relevanz über das dokumentarische Tagesgeschäft hinaus produziert. Die Ausstellung im Kunstverein Langenhagen führt erstmals die jüngsten Serien „Die Konstruktion der Stillen Welt“ (2007/10) und „Trespassing“ (2008/10) sowie die zugehörigen kleinformatigen Bildessays zusammen. Für die Ausstellung im Kunstverein entstehen neue Arbeiten.


