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Mit Nick Bastis, Liudvikas Buklys, Gintaras Didžiapetris, Dalia Dūdėnaitė, Ona Kvintaite und Elena Narbutaitė

Sechs KünstlerInnen haben sich entschlossen, zwei große Wandgemälde mit einem gemeinsamen Titel RIESE zu erschaffen. RIESE erstreckt sich vom Kunstverein in der Walsroder Straße bis zur ehemaligen Kapelle im Langenhagener Eichenpark. Merkwürdig.
Erst im gemeinsamen Malen des Werks in der Woche vor der Eröffnung wird sich das Gemälde entwickeln. Die Figuren und Themen der beiden Wandgemälde können etwas unterschiedlich sein. Der genaue Inhalt und Stil kann erst am 21. Februar erzählt werden, wenn das finale Werk präsentiert wird.

Pinkeln ist eine – essentielle – biologische Funktion, die einer starken sozialen Kontrolle unterworfen wurde. Aber diese Kontrolle zu halten, ist für manche schwieriger als für andere. Für viele Menschen ist das Verschwinden öffentlicher Toiletten ein enormes Problem. Ältere Menschen oder schwangere Frauen haben beispielsweise nicht den Luxus einer starken Blase. Sind Sie kein Mann (der in der Lage ist, seine „öffentlichen Toiletten“ an zahlreichen Orten im öffentlichen Raum zu finden) oder im perfekten Gesundheitszustand, ist es kaum vorstellbar, welche mentale Energie es erfordert, ständig damit konfrontiert zu sein, dass die nächste Toilette nicht länger als fünf Minuten entfernt sein sollte.
Als (symbolische) Antwort auf diesen Mangel und das Verschwinden öffentlicher Toiletten verwandelt die Kunsthalle3000 eine Toilette im Kunstverein Langenhagen in eine freie, öffentliche Toilette. Ein Schild an der Außenwand kündigt diesen neuen Service des Kunstvereins an und bietet einen Ort für diejenigen, die dringend mal müssen. Eine kleine Skulptur mit dem Titel Eine Ecke zur Erleichterung im Ausstellungsraum ist der Gegenpart zu diesem neuen Angebot: Es handelt sich um die abmodellierte Form von Langenhagens beliebtester Pinkelecke. Ein „Anti-Denkmal“ der von Männern dominierten Sphäre des öffentlichen Urinierens, die zumeist auch auf einen Mangel öffentlicher Toiletten zurückgeht.

* Kunsthalle3000 ist ein Projekt des deutschen Künstlers Thomas Geiger und ein einjähriger Gast im Kunstverein Langenhagen. Als Intervention innerhalb der Institution erzeugt die Kunsthalle3000 in diesem Jahr eine Reihe von Situationen, die sich an der Schnittstelle zwischen institutionellem / privatem und öffentlichem Raum befinden.

Bei der neunten Edition von Naheliegende Berufe spricht Martin Schwarz, Bassist und Komponist, ehemaliger Student an der HMTMH in Hannover. Sein Hintergrund als Jazz-Musiker im Bereich Improvisation steht im Einklang mit dem Interesse der sechs litauischen KünstlerInnen, die für die beiden Wandgemälde, die die Ausstellung Riese bilden, verantwortlich sind. Die KünstlerInnen interessieren sich für Improvisation und die Fähigkeit, Geschichten auf unterschiedliche Weise zu erzählen, die sich auch im kollektivem, teils improvisierten Entstehungsprozess der Wandbilder wiederfindet. An diesem Abend sprechen wir mit Martin Schwarz über das Erlernen und die Fähigkeit der Improvisation und wie er sie als Bassist und Komponist in seiner Praxis einsetzt.

„An diesem Donnerstag, in der ersten Blüte des Aprils, hatte mich mein gelehrter Freund, Meister Martial Canterel, zusammen mit einigen anderen Vertrauten eingeladen, den ausgedehnten Park zu besichtigen, der seine schöne Villa in Montmorency umgibt. Locus Solus – so heißt die Besitzung – ist ein stiller Zufluchtsort, wo Canterel seine vielfältigen und fruchtbringenden Arbeiten in völliger Ungestörtheit des Geistes zu verrichten pflegt.“

So beginnt der 1914 veröffentlichte Roman Locus Solus von Raymond Roussel, dessen surrealistisch anmutenden Spaziergang wir in sieben Kapiteln folgen können. Im nächsten Leseklub wollen wir die ersten zwei Kapitel gemeinsam besprechen.

Ausnahmsweise wird der für heute Abend geplante Leseklub auf Mittwoch, den 10. April, verschoben. Gerne schicken wir die zwei Kapitel bei Interesse per Mail an interessierte Teilnehmende zur Vorbereitung. Kontaktieren können Sie uns unter folgender Mailadresse: mertens@kunstverein-langenhagen.de

mit Noor Mertens

Mit Werken oder Einblicken von Laëtitia Badaut Haussmann, Camille Blatrix, Andrea Büttner, Eva Barto, Ian Burn, Guy de Cointet, Gallien Déjean, Emmanuel Guy, Jacqueline de Jong und Asger Jorn, Benoît Maire, Pierre Paulin und Maxime Boidy und Philippe Decrauzat, Juliette Pollet, Daniel Pommereulle, Clément Rodzielski, Claire Roudenko-Bertin, Anne-Françoise Schmid, Fanny Schulmann, Michael E. Smith und Le jeu de la guerre von Guy Debord

2015 entwickelte der französische Kurator Galien Déjean die Ausstellung L’usage des formes – Der Nutzen der Form, die im Palais du Tokyo in Paris, der Institution, für die er damals arbeitete, gezeigt wurde. Die Ausstellung blickte auf den menschlichen Erfindungsgeist und die leidenschaftliche Beziehung zwischen Schöpfer und seinen Werkzeugen mit dem Werkzeug als fundamentalem Element in der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt. Die Ausstellung brachte, indem sie einen Dialog zwischen Handwerkern und Künstlern schuf, Handwerk, Design, visuelle Kunst und Architektur zusammen. Der Kunstverein Langenhagen hat Déjean eingeladen, dieses Ausstellungsprojekt weiterzuentwickeln.In Bezug auf die Methodik bildet Déjean ein kleines Team aus KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, DesignerInnen und AktivistInnen, um gemeinsam an dieser Ausstellung zu arbeiten und das Projekt als kollektives Projekt zu verstehen.

In der Ausstellung stellen sie die Frage: "Ist es möglich, kritische Gedanken aus einer temporären Sammlung von Objekten zu entwickeln, um die Fetischisierung und den überflüssigen Charakter der Ware zu vermeiden?" Die Ausstellung stellt von Anfang an einen Versuch dar, über die Dematerialisierungsstrategie, formuliert von den Neo-Avantgarden der 1960er und 70er Jahre, hinauszugehen. Ihrer Ziel ist es, das Konzept des materiellen Objekts im Zentrum der kritischen Reflexion zu ersetzen.

Von diesem Punkt aus schien der Begriff des Widerstands ein interessanter Ausgangspunkt zu sein, um den Beginn des kritischen Denkens um und vom Objekt her zu gründen/etablieren. Der auf das Objekt angewendete Widerstandsbegriff wird gleichzeitig politisch, physisch, ontologisch oder sogar burlesque gestellt! Wie verstehen wir die autonomen und subkutanen Aspekte von Objekten? Wie können wir Formen ihres nicht relationalen Widerstands betrachten, die der menschlichen Gefangenschaft entgehen könnten? Die Idee dieses Projekts ist es, gemeinsam mit den Objekten als Ausgangspunkt zu denken. Die als Instrumente des Blockierens definierten Objekte schließen die Produktions-, Diffusions- und Austauschflüsse kurz, was die Systeme der Kapital(ism)akkumulation antreibt.

Mit: Craig Drennen, Aoife Collins, Wong Ping, Marijn van Kreij, David Leggett, Zhao Yao, Lilly McElroy u.a.

Die Ambiguität und Illusion der Realität steht im Mittelpunkt des ambitioniertes Projekts Depiction, Again in dem die möglichen Bedeutungen zweidimensionaler Bilder zentrales Thema sind. KünstlerInnen aller Epochen haben mit der Bedeutung des zweidimensionalen Bildes gespielt, mit der Darstellung, Kopie, Wiederholung, Faksimile, Variation, Spiegelung und den vielfältigen Beziehungen, die die Bilder mit der von uns wahrgenommenen Realität haben. Mit den technischen Entwicklungen in Informationsbereitstellung und der Produktion von Bildern in den letzten rund 150 Jahren ist die Beziehung zwischen Bildern und Realität wie auch der Distribution dieser Bilder (und daher auch der Informationen) immer komplexer geworden.
Anstatt von einer Hyperrealität (einer Illusion der Wirklichkeit, die durch die visuelle Kultur geschaffen wird) auszugehen, fügt diese Ausstellung sich in die Tradition des Simulacrums ein. Das Bild der Welt entsteht auf der Grundlage dessen, was in den Medien gesehen wird. Die Realität basiert auf etwas, das die Menschheit selbst entwickelt hat (in Film und Medien). Es gibt kein Original mehr.

Dieses Projekt ist zusammengestellt in Kollaboration mit dem Künstler Craig Drennen und findet an drei verschiedenen Orten in Langenhagen statt, auch im öffentlichen Raum. Während der Ausstellung wird die gesamte Ausstellungskonstellation einmal verändert, um einen anderen Blick zu ermöglichen. Die Arbeiten verdeutlichen in ambitionierter und vielschichtiger Weise den konstanten “Verrat” oder die Illusion der Bilder.

ROOMS TO LET ist Arbeitsmethode und Ausstellungsreihe. Andrea v. Lüdinghausen und Mareike Poehling stellen unter diesem programmatischen Titel Fragen zu Ausstellungsformen und Produktionsbedingungen künstlerischer Arbeit. Das Atelier in seiner herkömmlichen Form ist aufgelöst, stattdessen werden transitorische Räume wie Hotels, Pensionen oder Guesthouses genutzt. Für die Realisierung eines jeden Kapitels leben und arbeiten die Künstlerinnen über einen bestimmten Zeitraum an unterschiedlichen Orten in einem Hotelzimmer. Im Anschluß wird der Raum zu festgelegten Zeiten für das Publikum geöffnet.

ROOMS TO LET arbeitet international und bringt die Ausstellungsstücke und Fragestellungen des jeweiligen Kapitels regelmäßig zurück, um sie mit dem ursprünglichen Lebens- und Produktionsort Hannover zu verknüpfen. Durch den ständigen Wechsel der Perspektive wird ein stetiges Reflektieren und Neu-Justieren von Gedanken und Fragen erforderlich. Für das vierte Kapitel des Projekts ROOMS TO LET bietet Langenhagen eine perfekte Synthese aus Internationalität und lokaler künstlerischer Diskussion. Ein schwer zu greifender Ort, ein Ort mit ganz verschiedenen Gesichtern und ein Ort des Perspektivwechsels par excellence.

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