26.8.20, Einzelausstellung

Alex McNamee - An der Schwelle der Krümmung

Man könnte sagen, dass Alex McNamee’s (Großbritannien / Kanada, *1990) künstlerisches Material Landschaften sind. Diese zitiert sie, erfindet sie neu oder lässt sie miteinander verschmelzen. In ihren Arbeiten türmen sich Hügel zu irritierenden Formen. Tümpel werden in Bildschirmen zitiert oder tauchen als reale Wasserflächen an “unpassender” Stelle auf. Steine und Felsbrocken deuten eine Funktionalität an und verweigern sich dann doch einer abschließenden Zuordnung. Die menschliche Interpretation der uns umgebenden Materie ist ein zentrales Interesse der Künstlerin. Welche Eigenschaften muss ein Objekt mitbringen um nicht als neutral betrachtet zu werden?

Für ihre Arbeit im Garten des Kunstvereins stellt McNamee eine ortsspezifische installation her, welche zusätzlich den Faktor Zeit mit einbezieht. Auch in dieser Arbeit wird es um die Beziehung gehen die wir zur Landschaft; zur Materie eingehen wollen. Wie bewerten wir uns im Kontext einer Landschaft, die sich stetig verändert? Häufig erfolgen diese Veränderungen zwar durch unseren eigenen, gezielten Eingriff - immer allerdings zu den Bedingungen des Materials. Die Installation der Künstlerin wird nicht wie eine typische Ausstellung eine limitierte Laufzeit haben, die mit dem Abbau und Abtransport der Werke endet. Die für den Garten des Kunstvereins entstehende Arbeit verbleibt nach Fertigstellung vor Ort und wird aufgrund des Wetters und unserer (Pflegerischen) Eingriffe über Jahre hinweg umgestaltet. Die Installation wird weiterhin wachsen, rosten, zerbröckeln, produzieren, schieben, ziehen und verzerren..

Das Projekt, wird von der Künstlerin vom 21. Juli bis Ende August realisiert. Sie sind herzlich eingeladen, den Kunstverein während des Arbeitsprozesses zu besuchen.

Die Ausstellungseröffnung findet statt von 17 bis 21 Uhr - so gibt es genug Zeit um sich in aller Ruhe die Installation anzuschauen und dabei den nötigen Abstand zu wahren. Außerdem für das ein oder andere Gespräch, ein Getränk oder Snack.

Um 18 Uhr wird es ein Grußwort und einleitende Worte zur Ausstellung Philippe Van Snicks im Kunstvereinsgebäude, so wie Alex McNamee's Installation im Garten des Kunstvereins geben.

Außerdem laden wir am 20. August um 19 Uhr zu einem Gespräch vor Ort mit Alex McNamee ein!

26.8.20 – 25.10.20, Einzelausstellung (Derzeit)

Philippe Van Snick - Territoire de Voyage (Die Landschaft der Reise)

In dieser konzentrierten Ausstellung - der ersten von Philipp Van Snick (1946-2019) in Deutschland - werden Kernelemente seiner Arbeit in einer Reihe wichtiger Einzelarbeiten und Serien gezeigt.

Die Zeit und der Verlauf der Zeit sind Gegebenheiten, die der Künstler in seiner Arbeit visuell wahrnehmbar gemacht hat. Seit den späten 1970er Jahren hat er seine Arbeit einem klaren System unterworfen. Er hat jeder der Zahlen 0-9 eine Farbe zugewiesen. 0-7 stehen für die immateriellen Farben (Primär- und Komplementärfarben, gefolgt von Schwarz und Weiß), 8-9 für die Materialfarben (Gold und Silber). Einige Jahre später fügte er eine zusätzliche Farbe hinzu (Hellblau). Diese Farbe steht für den Tag - im Gegensatz zu Schwarz, das die Nacht repräsentiert.

Die Vielzahl der Möglichkeiten, die dieses Form- und Farbprinzip bietet, werden in der Ausstellung gezeigt. Abstrakte Arbeiten werden mit Fotografien kombiniert, die Van Snicks Interesse an natürlichen Formen in seinem Garten und an anderen Orten zeigen. Die Ausstellung, mit dem Titel Territoire de Voyage ('Das Landschaft der Reise'), bietet einen offenen Einblick in die buchstäbliche Reiselandschaft des Künstlers.

Diese Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Marijke De Keukeleire realisiert.

Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch 26. August statt von 17 bis 21 Uhr - es genug Zeit sich die Ausstellung anzuschauen und dabei den nötigen Abstand zu wahren. Außerdem für das ein oder andere Gespräch, ein Getränk oder Snack.

Um 18 Uhr wird es im Garten des Kunstvereins ein Grußwort und einleitende Worte zur Ausstellung von Philippe Van Snick and zur Installation von Alex McNamee geben.

2.9.20, 19:00, Gespräch

Leseklub: Heimat - Toni Morrison, "Heimkehr"

Wessen Haus ist das?/ Wessen Nacht hält das Licht fern/ Hier drinnen?/ Sag, wem gehört dieses Haus?/ Meins ist es nicht./ Ich hab von einem anderen geträumt, wohnlicher, heller,/ Mit einem Blick auf Seen, befahren in bunten Booten,/ Auf Felder, weit wie Arme, ausgebreitet für mich./ Dieses Haus ist fremd./ Seine Schatten lügen./ Sag mir, sag, warum mein Schlüssel hier passt./

(Aus: "Heimkehr", Toni Morrison)

Ab November 2020 verwandelt sich der Kunstverein Langenhagen temporär in ein Heimatmuseum. Mit diesem Projekt werden die Probleme und Möglichkeiten, die Nostalgie, der Schmerz und die Sehnsucht, die das Heimat-Konzept umgeben, dargestellt. In Vorbereitung auf diese Ausstellung dreht sich im zweimonatlichen Leseclub 2020 alles um ‚Heimat’.

Text für den September: Toni Morrison, “Heimkehr”, 2014. Zu bestellen über https://www.rowohlt.de/hardcover/toni-morrison-heimkehr.html für 10 Euro

5.9.20, Vermittlung

Monatlicher Freiraum für Gedanke und Bauwerke

Der Freiraum im Kunstverein Langenhagen geht weiter!

Ab September 2020 organisiert der Kunstverein an jedem ersten Samstag im Monat von 12.00 bis 17.00 Uhr einen Nachmittag für Bauwütige jeden Alters. Je nach Wetterlage kann dieser Nachmittag draußen oder drinnen stattfinden. Je nachdem, ob wir drinnen oder draußen arbeiten können, werden unterschiedliche Materialien und Techniken angeboten um frei mit zu gestalten. Genau wie der Sommer-Freiraum wird dieser Workshop-Nachmittag von zwei erfahrenen KünstlerInnen geleitet.

Ihr könnt euch vorab unter folgender Adresse anmelden: mail@kunstverein-langenhagen.de. Ihr könnt euch vorab sowohl für einzelne oder gleich für mehrere Termine anmelden.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Wer freuen uns über eure Teilnahme!

Die Daten für 2020 sind: 5.9.2020 3.10.2020 7.11.2020 5.12.2020

10.9.20, 18:00, Vermittlung

Führung für Menschen mit Lebenserfahrung

organisiert von Martin Giesecke

Eine für jeden zugängliche Ausstellungsführung, bei dem ein Dialog über Themen in der Ausstellung stattfindet, die mit Ihren eigenen Lebenserfahrungen in Verbindung gebracht werden.

15.9.20, 18:00, Vermittlung

Führung für Menschen mit Lebenserfahrung

von Martin Giesecke

Eine für jeden zugängliche Ausstellungsführung, bei dem ein Dialog über Themen in der Ausstellung stattfindet, die mit Ihren eigenen Lebenserfahrungen in Verbindung gebracht werden.

29.9.20, 19:00, Gespräch

Vor-Verhandlungen #1: Helmut Draxler

Vortrags- und Diskussionsreihe zur Theorie und Praxis von Kunst und ihrer Vermittlung.

Die neue Vortrags- und Diskussionsserie Vor-Verhandlungen will Zugänge auf die Geschichten, Kontexte und Diskurse, die für einen Austausch über Kunst und ihre Vermittlung eine Rolle spielen, anbieten. Der von uns verwendete Begriff "Verhandlung“ geht davon aus, dass Kunst und ihre Präsentation eine Aufforderung beinhalten, sich über das Gezeigte, Inszenierte und Aufgeführte auszutauschen oder sogar zu streiten. Perspektiven von Ästhetik, Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte, Politik und Philosophie bieten dabei Ansatzpunkte für eine Vertiefung solcher Verhandlungen.

Gleichzeitig wird mit dieser Serie über die grundsätzliche Funktionsweise einer Institution wie dem Kunstverein Langenhagen und seine Ansätze, Kunst zu vermitteln, reflektiert.

Für die erste Veranstaltung der Serie hält der Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker Helmut Draxler einen Vortrag mit dem Titel:

Die Form der Politik und ihre Vermittlung

Hat die Politik eine Form? Oder ist sie genau dasjenige, das als Handlung, Praxis oder Ereignis jede Form überwindet? Um im sozialen Raum und in der sozialen Zeit überhaupt in Erscheinung treten zu können, bedarf sie zweifellos einer Form. Und doch tritt Politik häufig in einer Form auf, die ihre eigene Formalität, Geformtheit oder Formiertheit zu negieren scheint. Hierbei transformiert sich das transzendentale Ziel, jeder formalen Beschränktheit zu entkommen, in einen empirischen Gestus, so als ob im Hier und Jetzt bereits formlos gesprochen werden könnte. In dieser Geste wurzeln die unbedingten Wahrheitsansprüche der unterschiedlichsten politischen Diskurse; sie immunisieren sich so gegen Kritik und verdecken ihre je eigene Verstricktheit in Unwahrheit und Macht.

Helmut Draxler ist Professor für Kunsttheorie an der Universität Wien. Als Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker publiziert er regelmäßig zu Theorie und Praxis der Gegenwartskunst. Von 1992–1995 war er Direktor des Kunstvereins in München, von 1999–2012 Professor für Ästhetische Theorie an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien in Stuttgart. Zwischen 2004–2006 arbeitete er gemeinsam mit Sabeth Buchmann und Stephan Geene am Forschungsprojekt „Film und Biopolitik“ an der Ian van Eyck-Akademie in Maastricht, und von 2005–2008 war er als Mitglied des Ankaufsbeirats der Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof in Berlin tätig. Von 2013 bis 2014 hatte er die Professor für Kunsttheorie und Kunstvermittlung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg inne.

Anmeldung unter: mail@kunstverein-langenhagen.de

8.10.20, 19:00, Gespräch

Naheliegende Berufe #14: Historiker

Mit dem Format Naheliegende Berufe wird die Ausstellung um eine weitere Perspektive ergänzt. Im Rahmen dieser Gesprächsreihe werden Experten aus thematisch naheliegenden Berufsfeldern für Vorträge über ihre Arbeit eingeladen. Dieses Mal wird der Historiker Oliver Werner zu Gast im Kunstverein Langenhagen sein. Wir sprechen sowohl über die inhaltlichen Fragen, die Oliver Werner bearbeitet, als auch die alltäglichen Tätigkeiten mittels derer er dies tut, den institutionellen Kontext der Universität, die Rolle von Akademikern in der Gesellschaft sowie im Zuge des Gesprächs weitere aufkommende Themen.