24.11.21, 19:00, Der Verein

Mitgliederversammlung

Alle Mitglieder sind willkommen. Es wird Berichte über die Aktivitäten in 2019 und in 2020 und einen Ausblick auf das Programm des kommenden Jahres geben. Außerdem wird der Vorstand wiedergewählt. Das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung liegt im Kunstverein aus.

15.12.21 – 31.12.21, Der Verein

aktuelle COVID-19 Informationen für Besucher*innen

Aktuell ist sind Ausstellungsbesuche nur im Rahmen der 2G-Regel möglich, d.h. Besucher*innen müssen einen Impfnachweis oder einen Genesenenstatus nachweisen.

15.12.21 – 13.2.22, 18:00 - 20:00, Gruppenausstellung (Derzeit)

vielleicht besser doch nicht

Einmal sich eingelassen auf den gängigen Rhythmus von Aktivität, erscheint er doch schnell zu dicht und zu vereinnehmend. Warum diese hohe Taktung? Warum ständig etwas machen müssen? Warum alles und sich immer neu erfinden müssen? Das fängt schon hier an: wieso und wie einen Text schreiben, wenn einem nichts einfällt? Wenn man eigentlich gar nichts zu sagen hat. Wenn ich eigentlich viel lieber einfach Tee trinken oder rauchen würde?

Ursprünglich sollte es bei dieser Ausstellung und den damit verbundenen Veranstaltungen einmal um Faulheit üben gehen. Aber trifft es das, Faulheit? Vielleicht geht es eher um einen gewissen Freiraum. Einen Raum, der sich plötzlich auftut oder sich genommen wird. Weil eine Verpflichtung wegfällt oder indem man eine Verabredung absagt. Indem man etwas doch nicht tut. Oder später oder nur Teile davon tut. Eine geplante Arbeit nicht oder nur langsam oder nur teilweise ausführt. Oder an ihrer Stelle eine schon gemachte Arbeit einfach noch einmal abgibt. Das alles aber nicht, um in dem freien Raum oder der freien Zeit dann auf etwas anderes hinzuwirken: an etwas anderem zu arbeiten. Sondern einfach, um nichts zu machen. Oder zumindest erstmal nichts bestimmtes zu machen. Auf jeden Fall nichts Zielführendes zu machen. Und dann zu schauen, was in dem entstandenen Raum passiert, was sich dort wie einfügt, was sich eröffnet.

Die Arbeiten von Judith Hopf, Stephan Janitzky und Philipp Messner in der Ausstellung berühren manche dieser Fragen oder kreisen um ähnliches. Dazu kommen mehrere Veranstaltungen, die weitere Perspektiven und Zusammenhänge aufmachen: eine Sektmatinée rund um Verweigerungsstategien und Absagen, eine Sitzung aus der Serie naheliegende Berufe, vielleicht mit einer Hausbesetzerin oder einem Gewerkschaftler, eine Ausgabe der neuen Reihe Konversation mit Dingen, in der der Versuch unternommen werden soll, mit den Dingen im Ausstellungsraum (Kunstwerken, räumlichen Bestandteilen, von den Besucher* innen mitgebrachten Dingen und anderem) vielleicht nicht direkt ins Gespräch, so doch in einen Austausch zu kommen, noch eine Sektmatinée und schließlich eine Gesprächsrunde mit Vertreter* innen von Kunstverein Hildesheim, Niki – Künstler* innen- und Kurator* innen-Residenzprogramm Hannover und VHS Langenhagen zu Produktionsbedingungen während und post-Covid19.

Öffnungszeiten der Ausstellung Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 - 17h und nach Vereinbarung.

Sektmatinées am 12. Januar ab 11 Uhr und am 12. Februar ab 11 Uhr, um Anmeldung per mail@kunstverein-langenhagen.de wird gebeten

die Sektmatinée am 12. Januar entfällt aufgrund der Corona-Regeln während der niedersächsischen Weihnachts- und Neujahrsruhe und wird eventuell zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt

das Gespräch mit Vertreterinnen von Kunstverein Hildesheim, Niki – Künstlerinnen- und Kurator*innen-Residenzprogramm Hannover und der VHS Langenhagen zu Produktionsbedingungen während und post-Covid19 findet am Mittwoch 9. Februar um 19 Uhr statt

der ersten Ausgabe der neuen Reihe Konversation mit Dingen findet am Samstag 29. Januar von 15 – 17 Uhr (dazu bitte Dinge mitbringen)

die Sitzung aus der Serie Naheliegende Berufe wird noch angekündigt

6.1.22, 19:00, Veranstaltung

Archipelago Hot Spot online live Präsentation mit Fumiko Kikuchi, Eva Noeske, Esra Oezen, Nico Pachali und Viola Yeşiltaç

Preview der archipelago cluster von Fumiko Kikuchi, Eva Noeske, Esra Oezen, Nico Pachali und Viola Yeşiltaç

live-Präsentation online am Donnerstag 6. Januar um 19 Uhr

Der Kunstverein Langenhagen stellt seit 2020 die online-Plattform archipelago.page bereit. Auf archipelago finden sich eine Vielzahl unterschiedlicher sogenannter thematischer Cluster: Sammlungen von unterschiedlichen Materialien zu oder rund um bestimmte Themen. Die Clusterstruktur gleicht der eines Archipels. Sie besteht aus einer wachsenden Zahl einzelner Inseln und macht ihre spezifischen Charakteristika und wechselseitigen Einflüsse sichtbar. Die Cluster und ihre Inhalte können von verschiedenen Autor*innen, aber auch Kollektiven und Organisationen erstellt werden. Seit Frühjahr 2021 arbeiten Fumiko Kikuchi, Eva Noeske, Esra Oezen, Nico Pachali und Viola Yeşiltaç jeweils an solchen clustern. Diese tragen (Arbeits-)Titel wie Reading a past diary now to look at my future, landscape, FIELD STUDIES oder Sichtbarkeit.

Am Donnerstag, den 6. Januar präsentieren die Künstler*innen ab 19 Uhr live Einblicke in ihre bisherige Arbeit. Aufgrund der derzeitigen COVID-19 Situation findet diese Veranstaltung online auf Zoom (für die Zusendung des Links bitte eine email schicken an diese Adresse). Wer kein Zoom hat oder möchte, kann die Previews auch live auf archipelago.page verfolgen.

Im Folgenden finden sich kurze Texte, die jeweils einen kurzen Einblick in die Cluster geben:

Reading a past diary now to look at my future – Fumiko Kikuchi

Ich habe mich schon immer für den Bereich der Pflege interessiert. Ich glaube, das liegt daran, dass meine Mutter Krankenschwester war und ich früher als Pflegerin gearbeitet habe. Es war vor zehn Jahren am Hauptbahnhof in Berlin. Eine japanische Frau stand vor mir, sie sah ungefähr 70 Jahre alt aus. Sie sagte zu mir "Ich habe hier in Deutschland als Krankenschwester genug gearbeitet. Nächsten Monat kehre ich nach Japan zurück." Ich frage mich, wie sie jetzt ihre Zeit in Japan verbringt, nachdem sie Deutschland verlassen hat, wo sie so viele Jahre verbracht hat.

Durch diese persönliche Erfahrung in Berlin interessiert mich vor allem das Leben der ausländischen Arbeiter*innen nach der Pensionierung. Diese Frau von vor zehn Jahren taucht immer wieder in meiner Erinnerung auf. Ich sehe sie aber als meine mögliche bevorstehende Zukunft.

landscape – Eva Noeske

Landscape und das Durchschreiten eines Raums - des öffentlichen, emotionalen, persönlichen, kollektiven, politischen, imaginären Raums. Das heißt, Linien ziehen. Wie wir Bewegung im Raum hinterlassen. Den Raum mit Anderen teilen. Es sind Gedanken dazu, wie wir uns durch den Raum bewegen und diese Landschaft als existenziellen Teil unseres Lebens begreifen und auch, wie wir uns und unsere Herkunft verstehen, wenn wir betrachten wie wir darin aufgestellt sind. Raum bietet Platz und weisst uns Plätze zu, es gibt zu jeder Zeit Überlappungen von fremd- und selbstbestimmten Plätzen. Nutze den Raum und lass ihn dich benutzen.

Sichtbarkeit – Esra Oezen

»Ich konzentriere mich und fange an. Seite für Seite. Bei manchen Seiten lasse ich mir mehr Zeit als bei Anderen. Die Bedeutung liegt auf der Oberfläche. Auf einen einzigen Blick kann ich sie erfassen - aber dann bleibt sie oberflächlich. Manche Seiten interessieren mich mehr als Andere, obwohl sich die Seiten voneinander kaum unterscheiden.

Mal schaue ich auf die Doppelseite, mal auf die Papieroberfläche oder manchmal achte ich nur auf den Rand. Vielleicht höre ich auch nur das Papier, das Umblättern oder doch nur die Umgebungsgeräusche. Und vielleicht schaue ich mir die Seiten in Wahrheit gar nicht an.«

FIELD STUDIES – Nico Pachali Die FIELD STUDIES sind Ort für Experiment, Beobachtung, Recherche und Analyse,- sie suchen das Künstlerische im Sportlichen und das Sportliche im Künstlerischen – von Feldstruktur über Regelwerk bis Psychologie, Vorbereitung und Training. Sie verstehen sich als eine wachsende Materialsammlung und umfassen ein Archiv von Videos, Screenshots, Fotografien, Zeichnungen, Text,-und Soundfragmenten und stellen in ihrer Gesamtheit einen Versuch dar, sich der Idee einer horizontalen Raumstruktur künstlerisch anzunähern. (*FIELD: Feld/Spielfeld/Horizontale/Bewegung im horizontalen Raum/Aktion/Handlung/FIELD=FELD=SPACE=RAUM)

Heimat, Vermessen - Viola Yeşiltaç

Die in Hannover geboren und in Langenhagen aufgewachsene Künstlerin reflektiert in ihren Arbeiten die Frage kultureller Identitäten, Transfer- und Migrationsbewegungen, die sich den Dingen einschreiben und die sie in einer performativen Bewegung miteinander in Beziehung setzt. Für archipelago arbeitet Viola Yeşiltaç an einer Soundcollage mit Aufnahmen, die in Transit sowie vor Ort in Langenhagen entstanden sind.

archipelago.page

Hot Spot Archipelago wird im Rahmen des Förderprogramms „Niedersachsen dreht auf“ freundlich gefördert vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur